In einem kleinen Dorf auf der Hochfläche der Fränkerischen Alb am steilen Juraabhang zum Maintal, wurde am 26. Januar 1908 der "Gesangverein Tannfeld" gegründet. Wie aus den "Statuten" des Vereins hervorgeht, hatten sich die Gründungsmitglieder aus Tannfeld die "Fortbildung im Gesang" und die "gesellige Unterhaltung" zum Ziel gesetzt.

Recht streng waren damals die Aufnahmebedingungen. Wer als Sänger in den Männerchor aufgenommen werden wollte, musste sich einer Prüfung durch den Dirigenten unterziehen. Eine "ungenügende Befähigung" berechtigte nur zum Vereinsbeitritt als "passives Mitglied".

Wöchentlich wurden zwei Singstunden am Dienstag und am Donnerstag abgehalten. Fehlte ein Sänger ohne triftigen Entschuldigungsgrund, so war eine Strafe von 20 Pfennig zu entrichten.

Erster Vereinsvorstand war der Schreiner Johann Müller, der den Männerchor etwa 6 Jahre auch als Dirigent betreute. Als Schriftführer zeichnete sich für die ersten Protokolle der Schneider Hans Täuber verantwortlich. Die Vereinskasse betreute Fritz Hartmann. Der Vorstandschaft von 1908 gehörten zunächst als Ausschussmitglieder Ernst Bauer und Konrad Mayer an. Ein Jahr später wurde der Ausschuss erweitert. Im Protokoll finden wir dann noch Eberhard Schröder, Johann Löwlein und Heinrich Walther.